
Frankenfahrt mit Werner, Konrad und Max |
Montag, 14.9.20 - 311 km Wir treffen uns um 9:00 Uhr in Obergünzburg mit Werner, der über Marktoberdorf angefahren kommt. Konrad und ich waren über Rettenberg, Sulzberg, Kempten und Börwang dorthin gelangt. Zu dritt geht es weiter über Markt Rettenbach, Eutenhausen, Scheppach, Gundremmingen und Nördlingen nach Wemding.Bei Thannhausen sind auf einer Wiese ca. 40 Störche versammelt, von denen auf der Rückreise nur noch einer da ist. Vielleicht hat er sich übel aufgeführt und durfte nicht mit in den Süden fliegen. In Wemding fahren wir zur Wallfahrtskirche Maria Brünnlein, essen in der Wallfahrtswirtschaft sehr gut zu Mittag und drehen noch eine Besichtigungsrunde durch die Kirche. Maria Brünnlein
Weiter geht es nach Treuchtlingen, wo wir den Fossa Carolina suchen. "Das Bauwerk sollte in der Zeit der Karolinger in den 790er Jahren eine Verbindung zwischen dem Flusssystem des Rheins und dem der Donau herstellen. Der Karlsgraben ist in dieser Hinsicht ein Vorläufer des Ludwig-Donau-Main-Kanals und des Main-Donau-Kanals. Ziel der Unternehmung war die Verbesserung der Verkehrssituation für die Händler, die den Weg vom Rhein in Richtung Donau mit ihren Schiffen zunächst über den Main bis hin nach Weißenburg an der Schwäbischen Rezat befuhren, wo der bequeme Handelsweg kurz vor der europäischen Hauptwasserscheide endete. Er überwand die europäische Wasserscheide südwestlich von Dettenheim auf einer Höhe von 419 m ü. NN. Der Kanal befand sich unweit des Treuchtlinger Ortsteils Graben im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Durch den Kanal wurde es möglich, dass Händler aus beiden angrenzenden Flusssystemen per Schiff in das jeweils andere gelangten und so ihren Handlungsradius ausdehnten. (Quelle: WikiPedia). Leider war das Museum in Graben am Montag geschlossen. Weiter geht's über Weißenburg, Heideck, Hiltpoltstein nach Allersberg. Der Weg nach Pyrbaum ist leider gesperrt. Wir erleben heute erstmals viel Verkehr und suchen eine Umleitung abseits der Hauptverkehrswege. So kommen wir über Dürrenhembach doch noch nach Pyrbaum. Dort suchen wir eine Unterkunft und das Internet zeigt uns als nächste freie Stelle das Hotel Postbauer-Heng in Postbauer-Heng. Wir erhalten ein Appartment mit 3 Einzelzimmern. Abendessen in einer Pizzeria im Dorfzentrum und eine sehr ruhige, erholsame Nacht.
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| Dienstag, 15.9.2020 - 252 km
Nach dem Frühstück fahren wir nach Neumarkt. Nachdem Konrad seine SIM-Karte aufgeladen hat, tauchen wir in die kurvigen Straßen Richtung Hersbruck, Pommelsbrunn und Enzendorf ein. Dann geht es rechts ab auf die alpin-kurvige Straße Richtung Burg Hartenstein. Wunderbarer Ausblick und Kaffee, dann weiter Burg Veldenstein, Pottenstein und Gößweinstein. Von hier lassen wir uns vom Navi zur Schlehenmühle "leiten": Es führt uns 3-mal in die Irre und im Kreis, bis wir endlich dort sind und ein sehr gutes Mittagessen einnehmen können.Burg Hartenstein
Durch die fränkische Schweiz cruisen wir auf netten, verkehrsarmen Straßen über Aufseß nach Scheßlitz und von dort, knapp an Bamberg vorbei, an den Main. Den begleiten wir bis Edelsbach und fahren dann nach Norden in die Haßberge. Über Breitbrunn und Kirchlauter geht es dann wieder ostwärts nach Ebern. Dort sucht Konrad nach einer, ihm bekannten Privatbrauerei mit schönem Biergarten und Übernachtungsmöglichkeiten. Wir fahren auf Bauernwegen östlich der B 279 durch Lind nach Süden, fragen in Treinfeld eine Einheimische und finden die Wirtschaft tatsächlich in Gräfenholz. Leider hat sie derzeit geschlossen und wir landen in Reckendorf im Gasthof Schroll (mit eigener Brauerei, aber keinen Gästebetten).Wir kommen mit Gästen und dem Wirt ins Gespräch. Wie so häufig war einer der Gäste auch ein großer Motorradfahrer vor dem Herrn und so erfuhren wir wie wunderbar Mopedfahren in Griechenland und, was wichtiger war, dass die beste Übernachtungsmöglichkeit mit sehr gutem Essen in der alten Kaserne in Ebern, im Gasthaus zum Stad`l, sei. Also, auf nach Ebern. Leider war der Stad`l voll besetzt und wir erhielten den Rat nach Paffendorf zu fahren; dort gebe es mehrere Wirtshäuser. Auf dem Weg dorthin fiel uns in Pfarrweisach die Metzgerei mit Pension "Zum Goldenen Adler" auf, wo wir Unterkunft und Abendessen sowie zur Verdauung einen ausgezeichneten "Sieben Hügel" Kräuterschnaps erhielten. Eigentlich wollten wir hier zwei Nächte bleiben, aber am nächsten Tag waren die Betten schon wieder gebucht.
Mittwoch, 16.9.2020 - 183 km
Heute will uns Konrad mitten in die Haßberge bringen, findet jedoch eine Abbiegung nicht und wir landen zunächst wieder in Pfarrweisach. In Ebern lassen wir nun die alte Kaserne links liegen und kommen nun in das richtige Gebiet. Immer wieder begeistern uns wunderbare, kurvige und einsame Sträßchen und Orte mit schönen Fachwerkhäusern. Einer der schönsten ist Königsberg in Bayern, Fachwerkensembles wie im Märchen und kaum Fremdenverkehr. ![]() ![]() Aus diesem Ort stammt auch der Regio montanus: "Johann(es) Müller, später lateinisch genannt Regiomontanus (d. i. „der Königsberger“), auch Johannes Regiomontanus (* 6. Juni 1436 in Königsberg in Bayern; † 6. Juli 1476 in Rom), war ein bedeutender Mathematiker, Astronom und Verleger des Spätmittelalters. Er hieß kurz Hans Müller, latinisiert Johannes Molitor, und verwendete meistens den vom Herkunftsort abgeleiteten Namen Joannes de Monteregio. ... Regiomontanus muss sehr früh astronomische Kenntnisse erworben haben, da er bereits für 1448, als er 12 Jahre alt war, ein astronomisches Jahrbuch errechnete, wie man es für die Erstellung von Horoskopen benötigte. In der Forschung nimmt man sogar an, dass er identisch sein könnte mit einem Johannes Molitoris, der sich bereits ein Jahr zuvor (1447) an der Universität Leipzig einschrieb. 1450 immatrikulierte er sich an der Wiener Universität, deren Artistenfakultät zu dieser Zeit eine der bedeutendsten mathematisch-astronomischen Schulen war. 1452 wurde er Baccalaureus, 1457 Magister und lehrte Mathematik und Philologie im Rahmen des Wiener Lehrprogramms der Artes. ... (Quelle: Wikipedia)Nach der Besichtigungspause geht es wieder zurück zum Main, wo wir in Zeil Pause machen. Dort findet sich in dem Kaffee, an dem wir rasten, auch eine motorradfahrende Gruppe von Lehrern - vermutlich wie wir im Rentenalter - aus Vorarlberg ein. Nach der Pause geht es mainaufwärts bis Ebelsbach und dann wieder ins Hinterland über Lisbach und Burgebrach nach Ebrach. Dort parken wir vor der JVA, einem ehemaligen Kloster und besichtigen die Klosterkirche.
Über Gerolzhofen kommen wir bei Volkach wieder an den Main, dem wir bis Kitzingen folgen. Hier pausieren wir noch mal an der Mainpromenade ehe wir nach Frickenhausen weiter fahren. Im Zentrum von Frickenhausen wollen wir zuerst in einer griechischen Gaststätte nach Übernachtungsmöglichkeiten fragen, als uns die vergilbten Vorhänge im oberen Stockweerk auffallen. Also, lieber in der gegenüber liegenden Bäckerei gefragt. Die haben sehr günstige und ordentliche Zimmer frei. Abend gegessen wir im Biergarten eines noblen Restaurants gleich hinter der Bäckerei und nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durch Frickenhausen wartet eine ruhige Nacht auf uns. Als ich nachts um 2:30 Uhr auf die Toilette muss (Altmännersyndrom) sehe ich Blaulicht blinken. Ein Blick aus dem Fenster zeigt dass es nichts mit unseren Mopeds zu tun hat. Zuerst befürchte ich, dass unseren Wirtsleuten (auch ältere Semester) etwas zugestoßen wäre. Wie sich dann am Morgen herausstellte, war ein schon seit längerem kranker Nachbar ins Hospital gefahren worden.
Donnerstag. 17.9.2020 - 254 km Zuerst geht es Main abwärts durch Würzburg, wo wir das zweite Mal auf dieser Fahrt viel Verkehr erleben. Konrad hätte uns gerne mehr von Würzburg gezeigt, aber nachdem er tags zuvor gesagt hatte, man müsste für eine Stadtbesichtigung im Nahverkehrsbereich nächtigen und dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln reinfahren, war ich nicht auf eine Besichtigung eingestellt und fuhr weiter, während Konrad immer wieder auf Besonderheiten der Stadt hinwies.Wir erfreuten uns an den Weinhängen entlang des Mains, in denen gerade die Lese begann, beziehungsweise die Vorbereitungen dazu getroffen wurden. Bei Gemünden ging es dann in den Spessart und wir fuhren wieder auf netten Sträßchen durch waldiges Gebiet nach Weyerfeld, wo der obligatorische Kaffee getrunken wurde. Durch nette Örtchen mit Namen wie Hammelburg, Neuwirthshaus Schwäzelbach, Völkerleier, Zeitlofs und Sterbfritz kommen wir nach Schlüchtern, wo wir außer einem Mittagessen noch die Klagen des Wirts, Herrn Hausmann, über Mundschutz-unwillige Motorradfahrer bekommen.
Kreuz und quer durch den Spessart geht es jetzt nach Süden. Vorbei an der Bellinger Warte, Steinau, Markberg, Beilstein (man könnte meinen, wir sind schon wieder im Allgäu bei Görisried) und Burg Joß ins Flörsbachtal. Jetzt wird es Zeit, sich nach einer Unterkunft umzusehen. Aktuell ist keine Pension vorhanden, also Internet und Anruf bei einer Pension in Heigenbrücken - Kopfhörer ins Handy einstecken und von der Google Assistentin leiten lassen. Sie führt uns diesmal sicher um die gesperrte Strecke herum und leitet uns durch Flörsbach, Wiesen, Frammersbach, Partenstein Krommenthal ans Ziel. Kleine Unsicherheiten zeigt sie im Ort selbst, aber das sind wir ja gewohnt. Abendessen nach einem netten Spaziergang im Grünen Baum, gleich neben der Kirche.
Freitag, 18.9.2020 - 231 km In Heigenbrücken können wir noch eine Nacht bleiben. Wir lassen also die Koffer im Hotel und Fahren durch dichte Wälder nach Lichtenau, wo man das Wirtshaus im Spessart vor sich zu haben glaubt. Ab Hafenlohr geht es wieder am Main entlang bis Wertheim, wo wir "kaffeenen" und den "Großstadtrummel" anschauen. Danach wieder raus aufs Land bei Hasloch einen schönen großen Bogen über Dammbach, Eschau und Mönchberg nach Klingenberg am Main. Mittagessen beim Griechen - muss sogar im Fränkischen einmal sein, weil seine Lage so schön ist.
Dann geht's nach Mespelbrunn. Wir übersehen am Ortseingang den Wegweiser zum Schloss und durchfahren das ewig lange Straßendorf, in dem scheinbar alle 20 m ein Loch für das schnelle Internet gegraben wird. Am Rückweg finden wir die Abzweigung, parken brav auf dem Parkplatz und wandern zum Wasserschloss. Das Schloss scheint sehr schön zu sein. Bis zur nächsten Führung sollen wir eine halbe Stunde warten. Außerdem sagt uns der Herr an der Kasse, dass Teile des Schlosses restauriert würden und deshalb nicht zu besichtigen seien. Wir überlegen eine Weile hin und her. Ich habe außerdem vor noch Bekannte vom Studium in München, die ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen habe, in Kleinwallstadt zu besuchen. Da ich um 17:00 Uhr Treffpunkt dort ausgemacht hatte, würde es bei mir knapp werden. Nachdem ich auf die Führung verzichte, scheinen Werner und Konrad auch keine Lust mehr zu haben. Wir trennen uns am Ortseingang von Mespelbrunn und ich fahre über Roßbach und Hausen nach Kleinwallstadt. Der Besuch war sehr nett. Es war, als ob wir uns erst vor einem Monat das letzte Mal gesehen hätten und außerdem tischte die Hausfrau ein wahrlich frugales Abendessen auf. So kam es, dass ich kurz nach meinem Aufbruch in die Dunkelheit kam und mich wieder auf die Googletante verlassen musste (Kartenlesen im Dunklen auf dem Tankrucksack ist halt nicht). Diesmal leitete sie mich super durchs "Niemandsland" bei Soden und Dörmesbach (größere Straße gesperrt) nach Straßbessenbach und dort auf die A3 bis Weibersbrunn. Die restlichen 17 km durch waldiges Gebiet fuhr ich relativ vorsichtig, immer mit dem Blick auf die Waldränder wegen eventuell wechselndem Wild. Gott sei Dank wollte es keine Wildsau oder ähnliches mit meiner Yamaha aufnehmen und ich kam gegen 21:00 Uhr wohl behalten in Heigenbrücken an. Der Hausherr hatte mich wohl gehört, denn er stand auf dem Balkon und öffnete mir mit der Fernbedienung die Garage.
Samstag, 19.9.2020 - 409 km Die Strecke bis Wertheim war uns wenigstens teilweise schon bekannt. Wir wollten auf dem Heimweg noch so viel vom Taubertal mitnehmen wie möglich und machten die erste Pause zum "Kaffeene" auf dem Marktplatz von Tauberbischofsheim. Anschließend kurvten wir an der Tauber entlang bis Bad Mergentheim,
Weikersheim, Queckbrunn und Niedersimbach, fanden von dort nach Creglingen eine super Nebenstrecke, indem wir eine Tauberschleife abschnitten. Rothenburg ob der Tauber umfuhren wir, bogen ab nach Schillingsfürst, Wörnitz und Feuchtwangen, bis wir einige Km vor Dinkelsbühl in einen Stau kamen. Mühsam krochen wir 1/2 Stunde bis zu einer Ampel in Dinkelsbühl. So etwas von Fehlplanung bzw. Ampelschaltung habe ich noch nie erlebt. Konrad war Kolonne geprungen und wartete am Ortsende von Dinkelsbühl. Wir verließen die B23 und fuhren über Bopfingen nach Neresheim.
In Neresheim gibt es endlich etwas zum Schnabulieren und mein Zuckerspiegel normalisiert sich wieder einigermaßen.
Es war wieder eine tolle Fahrt! Textende |