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Bildergalerie 24.09.2012 - Von Pfronten nach Charix - 520 km -
nach dem Text
Werner startet in Pfronten, holt mich in Häuser, ab und wir fahren bei zweifelhafter Wetterlage über Doren,
und Langen, nach
Hard,
Karte 2409_1.
Kaum haben wir an der Tankstelle die Schweizer Autobahnplakette gekauft, beginnt es zu regnen. Jetzt können wir als echte Allgäuer nicht mehr zurück und ziehen die Regenklamotten an. Das Wetter wird hinter St. Margarethen eher schlechter, dichter Nebel und starker Regen. Beide hören kurz vor Zürich, wo das Verkehrsaufkommen größer wird, Gott sei Dank auf. Bis Bern läuft alles ordentlich und trocken. Dort machen wir an einer Autobahnraststätte Mittagspause, während der es wieder regnet. Der Regen hört pünktlich zur Weiterfahrt auf. An Genf vorbei nähern wir uns der französischen Grenze und überqueren sie Karte 2409_2.
In Frankreich verlassen wir die Autobahn und fahren auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit durch Bellegarde sur Valserine de Genissat. Es handelt sich um eine Industriestadt mit ziemlich heruntergekommener Innenstadt, aber kein akzeptables Hotel. Also auf der Nebenstraße Richtung Nantua. Wir fragen an einem Hotel neben der Straße. Es ist leider besetzt. Unterhalb der Ponts de Charix sehen wir ein Schild: 10 Minuten Hotel Lac Genin. Wir fahren eine Passstraße hinauf und kommen in den "verlassenen" Ort Charix. Karte 2409_3
Am Ortsende gibt es ein fast neues Hotel mit Restautrant und Dorfladen L'Auberge de l'Ancienne Scierie (Zur alten Säge). Unsere Frage nach einem Zimmer wird bejaht, aber ob es noch etwas zu Essen gibt sei ungewiss, da die Frau nicht hier sei und der Hotellier nicht wisse, wann sie zurück komme. Die nächste Möglichkeit etwas zu Essen zu bekommen liege in 6 bis 7 km Entfernung. Wir spaziern durch den Ort und als wir zurückkommen trifft gerade die Frau ein und macht uns ein tolles dreigängiges Abendessen - Vorspeise Salat, Hauptspeise Fischmousseknödel mit Crevette und Sauce Nantua und Reis (Quenelle au brochet sauce nantua) Nachspeise.
Während der Fahrt spüre ich die Schmerzen in den Schultern, die mich seit 3 Tagen quälen, kaum, aber abends und beim Gehen wird es ziemlich intensiv.
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Bildergalerie 25.09.2012 Charix bis Baraqueville - 520 km - wieder nach dem Text
Montag Morgen ist trocken und wir wollen so schnell wie möglich in die Pyrenäen kommen. Also gehen wir bei Nantua wieder auf die Autobahn und umfahren Lyon östlich. Die anfänglichen Probleme mit den Zahlautomaten meistern wir schließlich immer professioneller. Wir gehen auf die berühmte Route 88 an St. Etienne und Le Puy en Velay vorbei. Gegen Mittag landen wir in Pradelles. In der Brasserie du Musee, einem Bistro, wollen wir einen Kaffee trinken. Auf improvisierten Bierbänken, an Biertischen sitzen ca 35 Kunden, die hier zu Mittag essen. Wir werden gefragt, ob wir auch etwas essen wollten, es gäbe Tete de Veau (Kalbskopf). Es gibt nur ein Menü: Vorspeise Wurstplatte, Hauptspeise Kalbskopf, Nachspeise Käse oder Mousse.
Vorbei an Mende kommen wir nach Rodez. Wir trinken einen Tee vor der Kathedrale und reden darüber, dass dieses Gebiet eine eigene Fahrt wert wäre - Karte 2509.
In Baraqueville suchen wir eine Übernachtungsmöglichkeit. Zwei Hotels im Ort sind entweder geschlossen oder "complet". Am Ortsende ist ein riesiger Hotelkomlex - ertaunlich günstig - Hotel Segala Plein Ciel. Wir bleiben zum Abendessen im Hotel. Es gibt Salat, Lachs und Mousse für Werner und Salat, Schnecken, Lammhack mit Püree und Käse für mich.
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Bildergalerie 26.09.2012 Baraqueville bis Pas de la Casa wieder nach dem Text
Von Baraqueville bis Albi haben wir bedeckten Himmel. Nach Albi beginnt es zu leicht regnen. An einem Parkplatz kommt Werner mit dem Hinterrad auf den weißen Randstreifen und rutscht mit dem rechten Bein gegen einen Straßenpfahl. An diesem Abend sind wir beide nur noch eingeschränkt handlungsfähig - der eine hat es im Kreuz, der andere humpelt. Bei Toulouse wollen wir zunächst durch die Stadt nach St. Lus. Bei der Kaffeepause in einem noblen Teeladen entscheiden wir uns allerdings, den Pyrenäenhauptkamm so schnell wie möglich zu überwinden, in der Hoffnung auf besseres Wetter auf der Südseite. Also wieder auf die Autobahn Richtung Andorra. Das Wetter bessert sich wieder. In Pamiers gibt es Mittagessen: Einen riesigen Salatteller, leider wenig schmackhaft. Über Foix und Ax-les-Thermes fahren wir nach Pas de la Casa.
Ab Ax-les-Thermes wird es kalt und immer feuchter. Die Passstraße entwickelt sich zu einer Blindflugstrecke durch Wolken und Eisregen. Das Visier läuft beidseitig an und lässt sich mit den Handschuhen nicht mehr säubern. An der Grenzstation klart es auf, regent aber weiter. Wir finden sofort eine Unterkunft im De les Neus. Ziemlich fertig legen wir uns hin. Plötzlich merkt Werner, dass draußen dicke Schneeflocken fallen. Bis 6:00 Uhr liegt eine 5 cm dicke Schneedecke. Dann klart es auf, aber 0° C. Der Schnee bleibt auf den Feldern liegen und einige Kühe zieht es in den Ort. Wir humpeln eine Runde durch die Ortschaft. Der Ort besteht praktisch nur aus Hotels, Restaurants, die teilweise über die Gehwege gebaut sind und Geschäften. Die Zollfreiheit führt hier zu einem tollen Angebot von Waren aller Art.
Zum Abendessen geht es ins Edelweiß. Auf Empfehlung des Obers nehmen wir Crepes a la Chef - nicht gerade der Hit.
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Bildergalerie 27.09.2012Pas de la Casa bis Coll - km - wieder nach dem Text
Start in Pas de la Casa bei eisigen 4° C die Passstrasse hinauf auf den Port d'Envalira. Tolle Aussicht bei klarem Wetter mit einigen Wolken am Himmel. Nach kurzem Aufenthalt runter nach Soldeu und Canillo. Dort biegen wir rechts ab zum Coll d'Ordino hinauf. Die "Auslaufspuren", die den halben Pass an jeder Haarnadelkurve begleiten, entpuppen sich als Erschließungsstrassen. Dann geht es runter nach Ordino zu einer kleinen Erfrischungspause.
Weil wir noch einen kleinen Eindruck von der Hauptstadt des Landes mitnehmen wollen, fahren wir durch Andorra la Vella. Im Schneckentempo quält sich eine Autoschlange durch die Hauptstraße, die architektonisch nichts zu bieten hat. Kurz vor der Landesgrenze tanken wir noch einigermaßen billig und fahren über La Leu d'Urgeu nach La Seu d'Urgell. Der Ort wurde 1992 weltweit bekannt, weil hier der olympische Wildwasserwettbewerb der Kanuten ausgetragen wurde. Interessant soll auch der Markt, der Stadt sein, der leider an diesem Tag nicht stattfindet. Wir trinken eine Kleinigkeit in einer Bar - zum Raussitzen ist es zu kühl und windig - und fahren über Sort und Vielha ins Valle Boi. Die Landschaft hier ist nicht besonders erwähnenswert, die Straßen sind jedoch, wahrscheinlich dank EU, Motorradfahrer-Genussstraßen. Mit den erlaubten 90 kmh bieten sie genau die richtige Fliehkraft, um das echte Kurvengefühl aufkommen zu lassen. Besonders schön war die Passstrecke an der Refugi de Ticolet, auf der wir es unter polizeilicher Aufsicht und ohne Verkehr krachen lassen können.
Beim Valle Boi handelt es sich um ein 25 km langes Seitental der N 230, das wegen seiner touristischen Angebote im Sommer und Winter beliebt als Ausflugsziel ist. Sein eigentlicher Schatz liegt jedoch in einer Ansammlung romanischer Kirchen. Wir sind schon spät dran, wollen aber wenigstens eine der Kirchen anschauen und dann nach einer Unterkunft suchen. Im ersten Dorf, das wir passieren, ist die Kirche nur noch ein Schutthaufen. Zwei km weiter verweist ein Schild auf die Kirche in Coll. Es geht etwa 1 km einen kleinen, schmalen Pass rauf und wir sehen die Kirche. Das Baugerüst lässt nichts Gutes ahnen - sie wird renoviert und ist fast völlig ausgeräumt. Wir schauen uns an, was noch zu sehen ist.
Um 18:00 Uhr sind wir fertig. Das Dorf oberhalb macht einen verlassenen Eindruck, aber wir fahren rauf und finden tatsächlich eine offene Gastwirtschaft. Die Dame des Hauses macht keinen besonders erfreuten Eindruck, dass noch Gäste kommen, gibt uns jedoch ein Zimmer. Abends ist ihre Tochter im Haus und diese bewirtet uns, die einzigen Gäste, mit einem besonders leckeren Abendessen mit gefüllten, Käse überbackenen Zucchini, Rindersteaks mit Kartoffeln und Pudding als Nachspeise. Auch das Frühstück hat es in sich. Von den getoasteten, noch heißen Broten mit Tomaten und Öl, Croissants und zwei Platten voll unterschiedlicher Schinken sowie zwei Käseplatten bringen wir trotz Einsatz aller Kräfte nur einen kleinen Teil weg.
Heute ist der erste Tag, an dem meine Rückenschmerzen nicht mehr dominant waren. Werners Fußprobleme waren schon am morgen Vergangenheit.
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Bildergalerie 28.09.2012 Coll bis Anso wieder nach dem Text
Von Coll müssen wir auf der N 230 ein Stück zurück und biegen bei Les Bordes auf die N 260 nach Westen ab. An Castejon de Sos und Morillo de Liena vorbei kommen wir nach Ainsa, wo eine kleine Pause mit Getränk und einem Tapa fällig ist. Bei Boltana überqueren wir den Rio Ara und kurven auf einer Nebenstraße an den Dörfern BrescasLaguarta und Villobas vorbei bis wir in Campodarbo auf die etwas größere A1604 gelangen. Die Straße durchquert den Parque Natural de la Sierra y los Canones de Guara. Bis auf drei oder vier spanische Autos treffen wir nur zwei Deutsche auf Powerbikes, die in irrsinnigem Tempo über die unübersichtliche, schmale Straße heizen und einen Deutschen, der eine reisefertige BMW auf dem Motorradanhänger spazieren karrt. Wir überlegen uns noch zur Santuario de S. Urbez zu fahren, verwerfen wegen der vorgeschrittenen Stunde diesen Gedanken wieder. Bei Lanave kommen wir auf die E 7, der wir über Salinanigo, Jaca und Puente dela Reina de Jaca bis Berdun treu bleiben. Berdun liegt malerisch auf der Spitze eines Bergkegels mitten in der Flussebene des Rio Verdal. Hier biegt die Straße durch die wildromantische Schlucht von Anso ab, die gleich nach der von einer Burg gekrönten Ortschaft Binies beginnt. Die Straße durch die Schlucht, die früher neben der Straße durch die Schlucht von Hecho die einzige Straße nach Anso war, wird praktisch nicht mehr gewartet und bietet einen entsprechenden Eindruck. Man muss höllisch auf Geröll, Kies und Straßenschäden aufpassen. In Anso, das zu unserer Ankunft einen ausgestorbenen Eindruck macht, verweist uns ein älterer Herr auf das Gasthaus Aisa.
Nachdem ich die vor dem Fernseher schlafenden Besitzerinnen (zwei alten Damen) geweckt habe, wird uns ein Zimmer zugewiesen. Wir spazieren durch den Ort und setzen uns bis zur Dinnerzeit um 20:30 Uhr vor das Hotel. Jetzt ist die Ortschaft wach. Kinder spielen auf dem Hotelvorplatz, während die Mütter und einige Väter einen Tratsch abhalten. Zum Abendessen gibt es Melone mit Schinken, 2 scharfe Würste mit Spiegeleiern und Pommes und Joghurt mit Honig. In er Nacht hören wir schon den Regen plätschern und freuen uns auf eine feuchte Weiterreise.
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Bildergalerie 29.09.2012 Anso bis Ascain wieder nach dem Text
Das Frühstück ist mit Abstand das mieseste der ganzen Reise. Kaffee und ein paar süße Brötchen aus der Folie.
Wir verlassen Anso auf der neuen Gebirgskammstraße Richtung Roncal. Wenn es nicht zu aufwändig wäre, die Handschuhe im Regen aus- und anzuziehen, wäre ein Foto vom Pass auf Anso zurück recht schön. Von der Landschaft der grün eingezeichneten Straße sehen wir herzlich wenig wegen des Regens und dem Nebel. Auf der Strecke nach Isaba, Ochagavía, Ezcároz, Aribe wird das Wetter zwischendurch mal wieder besser. Wir überqueren bei bedecktem Himmel die Portillo de Lazar (1129 m).
Als wir auf die N 135 einbiegen, beginnt es zu schütten was der Himmel hergibt. In Auritz-Burguete machen wir in einer Kneipe Mittagspause und essen eine Kleinigkeit. Den Pass Puerta de Ibaneta bezwingen wir im Blindflug bei dichtem Nebel und Regen, aber nicht ganz so kalt wie vor Pas de la Casa. Kurz vor Saint-Jean-Pied-de-Port hört der Regen auf und die Sonne kommt heraus. Wir nutzen das schöne Wetter und fahren über Cambo-les-Bains, Espelette und Ascain nach Saint-Jean-de-Luz direkt ans Meer. Wir sind zwar noch früh dran, wollen aber trotzdem hier bleiben. Die Übernachtungspreise zwischen 120,00 und 180,00 EUR je Person halten uns davon ab und wir beschließen zurück nach Ascain, die Hochburg des Pelota zu fahren.
Dort suchen wir zunächst vergebens nach offenen Hotels, bis wir mitten im Ort das Nobelhotel Hotel de la Rhune finden. Der Übernachtungspreis ist im Rahmen. Wir spazieren zwei Stunden durch Ascain, finden außer dem nicht bespielten Platz vor dem Hotel noch einen Pelota-Platz, auf dem das Spiel gerade zu Ende ist, besuchen die Kirche mit ihren einziartigen Holzgalerien und durchwandern den Stadtpark auf der Suche nach der Römerbrücke, auf der am Sonntag ein Trachten- und Tanzfest stattfinden soll. Zum Abendessen wollen wir eine im Restaurant La Terrasse angekündigte Fischsuppe essen. Leider war die Suppe gestern und wir begnügen uns mit einer Pizza, einer Schinkenplatte, 2 Panna Cotta und einer Flasche Wein.
Nachts hören wir wieder das Plätschern des Regenwassers. Gottseidank ist morgens strahlender Sonnenschein.
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Bildergalerie 30.09.2012 Ascain bis Orolon-Sainte-Marie wieder nach dem Text
Ein reichhaltiges Frühstück im Wintergarten des Hotels tut sein übriges, uns für einen anstrengenden Tag mit Bergtour fit zu machen. Von Ascain sind es nur einige Kilometer bis Sare auf den Col de St. Ignaz, wo sich die Talstation der 1924 erbauten Zahnradbahn auf die Rhune befindet. Die Rhune ist mit ihren 901 m ein einzeln stehender Grenzberg zu Spanien. Vergleichbar mit dem Grünten hat man hier einen unglaublichen Rundblick und die Fahrt mit der Nostalgiebahn ist ein eigenes Erlebnis. Nach fast 2 Stunden Aufenthalt auf dem heiligen Berg der Basken geht es weiter über Cherchebruit (such den Lärm), Dantxarinea, einem mit Läden überladenen Grenzübergang nach Spanien und dem Puerto de Otxondo (602 m). Bei Arizkun biegen wir links ab auf eine kleine Nebenstraße nach Erratzu. Auf landschaftlich wunderschöner Strecke erklimmen wir den Col d'Ispeguy (690 m) und überqueren wieder die Grenze nach Frankreich. In Saint-Étienne-de-Baïgorry links und bald danach wieder rechts nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Karte 3009_1
Bei St. Jean le Vieu beginnt eine Pässetour vom Feinsten: Col de Haltza (782 m), Col de Burdincurutcheta (1135 m), Col Heguichouri (1284 m) Col Bagargui (1327 m). Im Tal, in Larrau, machen wir Kaffeepause mit Crepes. Kurz vor Tardet-Sorholus gehen wir auf die D759 und kommen in die reine Pampa. Haux, Col d'Etcheber und Montory sind die Stationen. Nach 10 km gleich noch mal Pampa pur. Über Arrette die Gave de Lourdions hinauf und links ab auf den Col d'Ichere (680 m). Auf der E 7 nach Norden und bei Lurbe-Saint-Christau auf Zimmersuche rechts ab kommen wir durch die Hintertüre in Oloron-Sainte-Marie an. Die Stadt mit 13.000 EW kann in der Nachsaison leider kein offenes Hotel vorweisen. Wir fahren auf den Kirchberg in die Altstadt. Auf der Straße sehe ich einen Mann, der mit einem Autofahrer spricht. Ich frage ihn nach einer Unterkunft und er weist auf ein Haus hinter uns und sagt :"Bei mir!". Es ist das Chambre d'Hote l'Amphitryon
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Zuerst denken wir wegen der gewagten Farben der Bettwäsche, des Bades und der Vorhänge, wir seien in einem speziellen Hotel untergekommen, aber es scheint nur der besondere Geschmack unseres Gastgebers zu sein. Da er selbst in der Nachsaison kein Abendessen mehr zubereite, gibt er uns noch Hinweise, wo wir essen könnten und was auf dem Weg dorthin sich anzuschauen lohne. Wir gehen also zur Kirche Ste. Marie und bleiben 20 Minuten in dem gerade stattfindenden Gottesdienst. Dann wandern wir in die Stadt hinunter, flanieren noch etwas am Fluss entlang und essen in einem der zwei geöffneten Restaurants.
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Bildergalerie 01.10.2012 Orolon-Sainte-Marie nach Sarrancolin wieder nach dem Text
Nach dem Frühstück im familiären Kreise zweier schweigsamer Spanierinnen und eines französischen Paares suchen wir wieder einsame Straßen und finden eine Strecke, von der unser, sonst sehr auskunftsfreudiger Gastwirt offensichtlich nichts weiß. Sie führt durch den Bois du Bager, wo nur einige Pilzsammler unterwegs sind und scheint einmal in einem Bauernhof aufzuhören. Wir erreichen die D918 Arudy, biegen auf der D934 Richtung Laruns ab, wo wir die Fortsetzung der D918 befahren. Eine tolle Passstraße bringt uns bei bedecktem Himmel bis zum Wintersportort Gourette, hinter dem wir wieder in eine dichte Nebelsuppe geraten. Über 1400 m durchstoßen wir die Wolkendecke und finden uns mit überwältigender Aussicht auf ein Bergpanorama im Wolkenmeer auf dem Col d'Aubisque (1709 m). Wir tauchen noch mal in die Wolken, beobachten 3 Geier an der Nebelgrenze und erklimmen wieder im Sonnenschein den Col du Soulor (1474 m). Über Arrens-Marsous und Argelès-Gazost kommen wir nach Lourdes.
Wir können nahe an die Kirchenanlage des Wallfahrtsortes heranfahren, da auch hier die Nachsaison voll durchschlägt. Vor der Marien-Grotte sitzen gerade mal um die 30 Menschen und in der für mehr als 20.000 Besucher konzipierten Basilique St. Pie X trafen wir 5 Personen. Wir marschieren den Kreuzweg mit den Stationen aus überlebensgroßen Figuren ab und besichtigen die restliche Anlage. Auf eine Brotzeit verzichten wir, da es in der ganzen Straße, wo unsere Mopeds stehen, nach Abwasserkanal stinkt. Wir fahren zurück nach Argelès-Gazost, von dort nach Luz-Saint-Sauveur und geradeaus weiter nach Gavarnie. Am Ortsende trinken wir auf der Terrasse eines Cafes etwas und genießen den Blick auf den Cirques de Gavarnie mit seinen 1400 m hohen, steil abstürzenden Felswänden. 20 km zurück nach Luz-Saint-Sauveur und dann rechts rauf auf den Col du Tourmalet (2115 m). Das Vallee de Campan runter bis Sainte-Marie de Campan und rechts rauf zum Col d'Aspin (1489 m), seit 1910 Tour de France - Strecke. Nach etwa 10 km kommen wir nach Arreau, einem Städtchen mit knapp 1000 EW und mehreren Hotels - natürlich alle geschlossen. Wir suchen noch vergeblich nach einer angeschriebenen Chambre d'Hote und machen uns dann auf den Weg Richtung Norden, wo einige größere Ortschaften auf der Karte eingezeichnet sind. Als wir das Straßendorf Sarrancolin passieren, sehen wir eine Bar mit dem Hinweis auf Zimmervermietung. Bei der Nachfrage werden wir auf das Hotel Central verwiesen. Dort gibt es Zimmer, die uns an unsere Jugend vor 50 - 60 Jahren erinnern was Einrichtung und Zuschnitt angeht. Das Bad und die Toiletten sind weit vorne auf dem Gang, aber wir sind froh, eine Unterkunft zu haben. Das Abendessen wird auch hier serviert. Für drei Monteure und uns beide wird eine leckere Gemüsesuppe aus dem großen Topf, eine Schinkenplatte, ein großes Entrecote und ein kleiner Kuchen aufgetragen. Werner ist mit dem zähen Rindfleisch und dem blutigen Inneren des Entrecote überhaupt nicht einverstanden.
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Bildergalerie 02.10.2012 Sarrancolin nach Quillan wieder nach dem Text
An diesem Tag haben wir nur schönes Wetter. Von Sarrancolin geht es zurück über Arreau über den Col de Peyresourde (1569 m) nach Bagnères-de-Luchon, einem der ältesten und beliebtesten Bäder der Pyrenäen - 30000 Besucher je Sommer. Wir schauen uns die berühmte Prachtstraße Allees d'Etigny mit ihren Boutiquen und Cafes an und bleiben der Tour de France auf den Spuren über Saint-Béat, den Col de Menté, (1349 m) und den Col de Portet-d'Aspet (1069 m) nach Castillon-en-Couserans. Hier machen wir Mittagspause. Wir wollen nur eine Vorspeise essen, bekommen davon jedoch so eine riesen Portion, dass wir sie fast nicht weg bringen. Gestärkt nehmen wir die Tour wieder auf und fahren durch das Vallee de Berthmale auf den Col de la Gore (1395 m). Während der kurzen Passpause hält eine BMW neben uns mit FN-Kennzeichen und total abgefahrenen Reifen. Werner freut sich schon, endlich wieder heimatliche Klänge zu hören. Da stellt sich heraus, dass der Fahrer ein US-Amerikaner in EADS-Diensten ist, der am Freitag noch in den Schweizer Alpen war und in 4,5 Tagen fast dieselbe Tour wie wir gemacht hatte. Jetzt will er zum Reifenwechsel nach Andorra und dann heim, weil er übermorgen schon wieder seinen Dienst antreten müsse. Dankbar über unseren Status als Rentner cruisen wir gemütlich nach Seix und Oust, um noch mehr Pässe unter die Räder zu nehmen.
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Über die D618, entlang des Arac kommen wir nach Massat, und von dort auf den Col de Port (1249 m). Ab Tarascon-sur-Ariège geht es flott auf breiten Straßen nach Saint-Paul-de-Jarrat, Lavelanet und Puivert, wo wir die gut erhaltene Qatharer-Burg Château de Puivert besichtigen. Die Auffahrt stellt einige Anforderungen an unser fahrerisches Können - schmale, ausgewaschene, steile Kiesstraße mit zwei ekelhaft engen Haarnadelkurven - aber wir meistern die Sache. Wer sich über die Glaubensbewegung der Katharer mit den blutigen "Kreuzzügen" gegen sie informieren will, kann folgenden Link nützen: Wikipedia - die Katharer
Die Strecke nach Quillan ist ein Klacks. Dort kommen wir im La Chaumiere unter. Zu abend essen wir in einem italienischen Lokal mit überwiegend britischem Publikum.
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Bildergalerie vom 03.10.2012 Quillan nach Arles wieder nach dem Text
Von Quillan wollen wir direkt ins Zentrum von Perpignan. Bis St. Paul ist es wild romantisch, dann eher langweilig. Ab Rivesaltes werden wir ziemlich nördlich um die Stadt geleitet, aber wir schaffen es doch. Eine Stunde wandern wir durch die engen Gassen und malerischen Plätze der Stadt, trinken noch eine Kleinigkeit und suchen dann den Weg zum Strand. Wir wollen an der Küste entlang nach Nordosten fahren. Am Anfang ist es noch recht interessant, die riesigen Verlandungsbecken (Etangs) zu sehen, aber je weiter wir nach Norden kommen, um so eintöniger wird die Landschaft. Über Port Leucate, Narbonne, Beziers, Marseillan, bis Florenac, wo wir Trinkpause in einer Bar machen, fahren wir nach Palavas en Flots bei Montpellier, wo die nächste Pause eingelegt wird. Wir hoffen auf schönere, landschaftliche Eindrücke, wenn wir durch die Camargue fahren. Weit gefehlt, von der eigentlichen Camargue gibt es nichts mehr zu sehen, alles "kultiviert". So geht es ohne besondere Abwechslung über Pezenas nach Aigues Mortes. und Arles.
Im Cheval Blanc bekommen wir ein Zimmer. Auf der Suche nach einem ordentlichen Lokal lernen wir die Innenstadt kennen. Im ehemaligen Stadtgraben, heute ein Park entlang der Ringstraße, stehen massenhaft Autos. Wir brauchen eine Weile, bis wir kapieren, dass es sich um die Garage der Stadtbewohner handelt.
Das Abendessen ist noch mal ein Highlight: Salade gourmande für Werner und Fischsuppe, Tintenfische in Rahmsauce mit Pilzen für mich, Nachtisch Schaum auf Caramel.
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Bildergalerie 04.10.2012 Arles nach St. Bonnet le Froid wieder nach dem Text
Wir haben es ganztägig bedeckt mit einigen klaren Augenblicken. Eigentlich wollen wir von Arles direkt nach Tarascon fahren. Leider verfahre ich mich und wir machen einen Umweg über St. Gilles; Bellegarde und Beaucuire. In Tarascon schauen wir die Burg des Tartarin an und bewundern, wie die Eisenbahnlinie auf und in die Stadtmauer integriert ist. Von Avignon sehen wir die Skyline und fahren unter der berühmten Brücke durch. Dann geht es wieder ins Hinterland nach Carpentras; Bedoin; Mont Ventoux.
Karte 0410_1
Wir treffen dabei auf eine Teilstrecke, die wir 1997 mit Rudi und Marlene bereits einmal befahren haben. Wir durchfahren
Malascene und Nyons. In Dieulefit (Gott hat es gemacht) pausieren wir etwas länger, schauen den Markt an und beobachten die Flaneure. Nach Bourdeaux und Crest wenden wir uns wieder nach Westen, queren das Rhonetal und fahren mitten ins Ardechegebiet. Auf der Strecke nach Privas tanken wir an einer kleinen Werkstatt. Als wir weiter wollen, rührt sich die Supertenere von Werner nicht mehr. Wir fragen den Meister, ob er uns helfen könne. Er weist Werner an, wie er die Batterie frei machen soll und wir sehen, dass die Sicherungshalterung zusammengeschmort und die Sicherung hinüber ist. Er nimmt die Halterung in die Werkstatt, baut sie dann wieder ein und setzt die Reservesicherung ein. Läuft wieder. Der Service war kostenlos. Wir fahren durch wunderschöne Landschaft nach Norden. In St. Saveur de Montagu fahren wir über zwei hohe Brücken, die die Ortsteile verbinden, die durch zwei Schluchten getrennt werden. Über eine Hocheben kommen wir nach Le Cheylard, wo wir von einem sehr hilfsbereiten Anwohner weitergewiesen werden. Wir nähern uns über St. Agreve unserem Ziel, Annonay im Rhonetal.In St. Bonnet le Froid fallen uns mehrere Hotels bzw. Chambre d'Hotes auf. Es handelt sich offensichtlich um den Ausgangsort von Höhenwanderungen. Wir fragen in der Cite d'Etappe nach einer Übernachtungsmöglchkeit. Natürlich gebe es das, aber wir müssten mit weiteren Gästen rechnen, die in dem 4-Bett-Zimmer übernachten wollen. Es sind noch 2 weitere Gäste da, die sich jedoch jeder in ein eigenes Zimmer zurückgezogen haben. Einer davon ist ein verirrter Jacobspilger aus Donauwörth. Er spricht kein Wort Französisch, kommt aber ganz gut zurecht mit Ausnahme dessen, dass er den Jacobsweg nicht mehr findet. Karte hat er keine und so können wir ihm nur die grobe Himmelsrichtung weisen, damit er in Le Puy wieder auf den richtigen Pfad kommt.
Abends lassen wir es noch mal krachen und essen in einem vornehmen Lokal ein sehr leckeres Menü und einem sehr feinen Cote de Rhone.
Karte 0410_2
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Bildergalerie 04.10.12
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St. Bonnet le Froid nach Hause
Vor der Abfahrt versuche ich noch meine Mutter zu erreichen, die am Vorabend angedeutet hatte, dass es meinem Vater nicht gut ginge. Wir bekommen kein Netz und ich schlage vor bis 9:00 Uhr die geplante Strecke zu fahren und es dann noch mal zu versuchen. Wir wollten diesen Tag noch in den französischen Jura und dann am Samstag über Basel nach hause.
Der Anruf klappt und meine Mutter zeichnet die Situation so schlecht, dass wir beschließen, sofort und direkt auf der Autobahn heim zu fahren.
Also auf nach Annonay, wo wir in dichten Morgennebel geraten und auf die Autobahn Richtung Lyon fahren. Kurz vor der Großstadt wird es heller und man sieht sehr gut. Wir wählen den direkten Weg mitten durch die Stadt und stellen fest, dass die Stadtautobahn uns in ca. 30 Minuten durch den Molloch Lyon leitet.
Bis nach der Grenze bei Genf läuft alles flott. Ab hier quälen wir uns in Staus nach Bern. Manchmal kann man ein Stück recht schnell fahren, steht aber dann plötzlich wieder am Stauende. Wir essen an derselben Station wie beim Herweg zu Mittag. Blödsinnigerweise lasse ich bei der Abfahrt meinen neuen Fotoapparat fallen und das 2 Wochen alte Gerät lässt sich nicht mehr auslösen. Nebenbei Casio zeigt sich sehr kulant und repariert das Teil kostenlos, obwohl ich meine Schuld an dem Problem erkläre.
Erst kurz nach Zürich wird die Straße frei und wir kommen flott bis St. Margareten. Der Rest ist kein Problem: Immenstadt, Burgberg, Pfronten
Karte 0510
Den Samstag kann ich noch bei meinem Vater verbringen, der am Sonntag morgen stirbt.
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