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Gesamtstrecke ab Pfronten und zurück 1771 km
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Bildergalerie 03.08.2012 - Von Häuser nach Mittersill - 260 km -
nach dem Text
Die weiteste Anfahrt hat Martin aus Oberstaufen, dann Hans aus Immenstadt. Die anderen, die sich in Häuser treffen, kommen aus Burgberg. Am Treffpunkt regnet es noch leicht. Doch alle sind guten Mutes, dass das Wetter besser wird und wir starten Richtung Sonthofen, um Rudi abzuholen. Sieben und ab Haldensee, wo Werner dazustößt, acht Motorräder sind für uns anfangs eine ungewohnt große Anzahl.
Die ursprüngliche Route sollte über den Ammersattel, Sylvensteinspeicher, Achenpass zum Gerlos gehen. In Weißenbach entscheiden wir uns jedoch möglichst schnell nach Süden zu kommen, da es dort trockener zu sein scheint. Also Fernpass mit Pause am Fernsteinsee - trockenes Wetter - und weiter über Mieming Richtung Innsbruck. Hierfür wäre Karte 0308_1 richtig. Als in Unterperfuss nach Innsbruck eine Autoschlange steht, weichen wir über Axams und Mutters aus - richtig nette Straße da hinauf. Durch Innsbruck geht es flott und wir machen Mittagspause in Kolsass im Hotel Rettenberg. Karte 0308_2
Nach dem Mittagessen fahren wir über Schwaz nach Wiesing, unserem ursprünglichen Ziel über den Achenpass. Markus, der nur bis zum Mittagessen mitfahren wollte, dreht hier ab und fährt fast auf der ursprünglich geplanten Route zurück. Wie er uns mitteilt, macht er in Pfronten im Gasthof Falkenstein Pause etwa zu der Zeit, als wir im Gasthof Falkenstein in Krimml rasten ... da waren's nur noch sieben!
Weiter über das Zillertal zum Gerlospass. Wunderschöne Kurven bei der Westauffahrt - Rudi lässt sein Moped so richtig laufen bis kurz vor der Passhöhe eine Kuhherde die Straße versperrt. Wir machen drei kurze Pausen: Blick auf den Gerlossee, auf die Wasserfälle von oben und unten an den Wasserfällen. Beim zweiten Halt kann man übrigens Gasthof Falkenstein sehen, das in super Aussichtslage auf einem Felsvorsprung liegt.
Nach der Kaffeepause geht es relativ unspektakulär durch den Pinzgau. In Mittersill suchen wir Nachquartier und finden eine nette und preiswerte Unterkunft in der Fleischhauerei Oberbräu. Abendessen gibt es gleich dahinter im Biergarten des Bräurup, der sogar sein eigenes Bier herstellt. Vor dem Essen kommen wir noch in den kulturellen Genuss eines Bläserkonzertes in der Mittersiller Pfarrkirche und nach dem Essen bis ungefähr um 4:00 Uhr früh beehrt uns die Mittersiller Jugend, die sich freitags in der Brezl (einem Partypavillon im Garten des Bräurup) trifft, mit teilweise dissonantem Krakelen.
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Bildergalerie 04.08.2012 Mittersill bis Kobarid - 222 km - wieder nach dem Text
Eigentlich wollten wir über den Großglockner fahren und Rudi wollte noch bis mittags dabei sein. Allerdings hängen die Wolken bis fast ins Tal herunter und Hans, der Rudi begleiten sollte, fährt wahrscheinlich noch einen ganzen Tag mit. Also entscheidet sich Rudi gleich für die Rückfahrt ... da waren's nur noch sechs!. Wir anderen entscheiden uns für den Felber Tauern und genießen bei der Auffahrt zum Tunnel die weiten, schön ausgebauten Kurven, die ein entspanntes Dahingleiten mit gleichzeitigem Genuß der langsam sichtbar werdenden Bergwelt ermöglichen.
Nach der Fahrt durch Lienz und Oberdrauburg bewältigen wir den Gailbergsattel, wo die erste Brotzeit fällig ist. Anschließend werden die obligatorischen Mopedfotos geschossen (siehe oben auf der Seite). Karte 0408_1 Wir fahren durch das Gailtal bis Tröpolach und biegen dann links ab zum Nassfeld-Pass, der auf der italienschen Seite Passo Promolla heißt. Am Fuße des Passes in Pontebba machen wir in einer netten Straßenkneipe mittag und werden von einem aufmerksamen Steierer über unsere Weiterfahrt beraten. Im Nachhinein reut es uns nicht statt über den Vrsic-Pass über den Predilpass gefahren zu sein.
Vor Tarvisio biegen wir rechts ab in ein altes Bergbaugebiet und gelangen entlang der Largo della Barriera Vecchia in das Bergarbeiterörtchen Cave del Predil. Nach einem kurzen Fotoaufenthalt geht es den Pass rauf. Tolle Kurven und schöner Belag. Oben machen wir noch mal Pause bei Kuchen und Kaffee und genießen den Ausblick auf das Triglav-Gebiet.
Auf der Abfahrt vom Pass queren wir die Ortschaft Strmec na Predelu, die auch Ort der schwarzen Tücher genannt wurde. 1943 töteten die deutschen Besatzer alle 18 männlichen Einwohner und zerstörten anschließend die Häuser. In Bovec machen wir kurz Halt, um uns über die Besonderheiten der Stadt zu informieren. Im Weltkrieg I. lag die Stadt 2 Jahre mitten in der Front und wurde total zerstört. Der italienische Stararchitekt Max Fabiani restaurierte zwischen 1918 und 1947 einige der Gebäude in nostalgischem Stil.
Übernachten wollen wir in Kobarid (Karfreit), einer Stadt, bekannt für verschiedene Sportarten wie Kajakfahren, Canyoning, Paragliding, Bergsteigen und nicht zuletzt für kulinarische Besonderheiten. Wir finden das Hostel Point (Jugendherberge), das für uns 5 Männer ein Zimmer frei hat und Marlene bekommt nach längerer Diskussion mit der Dame von der Rezeption im Hotel Hvala Topli Val ein bezahlbares Dachzimmer. Abends essen wir wirklich sehr gut in einem Vorortrestaurant. Karte 0408_2
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Bildergalerie 05.08.2012 Kobarid bis Ilirska Bistrica - 172 km - wieder nach dem Text
Nach einem üppigen Frühstück in der Bar gegenüber der Herberge trennen sich wieder unsere Wege: Hans fährt über den Vrsic-Pass, den Wurzenpass, die beiden Gailtäler, das Pustertal, den Brenner, Imst, das Hantennjoch, den Gaichtpass, das Oberjoch in einem Tag nach Hause zurück ... da waren's nur noch fünf!.
Der Rest fährt nach Tolmin, von dort links auf schmalen Sträßlein über Kneza, Grahovo und Bukovo und dann wieder über Kies- und Alpwege durch eine liebliche Gebirgslandschaft nach Cerkno. Heute ist der ehemalige Partisanenstützpunkt ein Wintersportort. An den Hängen des Crni vrh wurde auf 1300 m Höhe ein Skizentrum errichtet. Karte 0508_1 Vor der Bar am Dorfplatz gibt es eine kleine Erfrischungspause, ehe wir die 102 nach Idrija unter die Räder nehmen. Die Temperatur steigt - es soll bis 35° C heiß werden.
Die alte Bergarbeiterstadt gründet ihren Reichtum hauptsächlich auf die Förderung von Quecksilber. Bis weit ins 20. Jahrhundert war Idrija der drittgrößte Quecksilberproduzent der Welt (bis zu 1000 t Förderung pro Jahr. Während des Vietnamkrieges waren die USA der größte Kunde für Quecksilber). Für die Bergleute war die Förderung ein gefährlicher Arbeitsplatz: Schön früh wurde eine Nervenheilanstalt eingerichtet - die größte südlich der Alpen. Ihre Frauen machten die Stadt mit einem anderen Produkt weltberühmt: Spitzenklöpplereien - seit 1876 gibt es eine Spitzenklöpplerschule.
In Idrija sehen wir ein großes Bergamt und als weitere Sehenswürdigkeiten die Burg Gewerkenegg und den Eingang zum Antonius-Stollen (um 1500 in den Berg getrieben).
Wir wollen am Divjejezero (See) noch ein wenig pausieren, verpassen aber die Abfahrt. Als wir an der Abzweigung bei Godovic ein Restaurant sehen, kehren wir dort ein. Eigentlich gibt es nur etwas zum Trinken, aber als wir nach einer kleinen Brotzeit fragen, deckt uns der Wirt eine schöne Vorspeisenplatte auf. Nach der Stärkung geht es auf den Strmec-Pass hinauf. Mitten in einer Haarnadelkurve steht ein Haus. In Strmec biegen wir nach links auf eine Winzstraße nach Javornik und Vodice ab. Diese Straße wandelt sich auf der Strecke nach Hrusica zum Waldweg. Etwas besser wird es wieder nach Bukovje. Dort rechts ab nach Predjama Grad und der zugehörigen Höhle, die wir beide besichtigen.
Die Burg war eine alte Raubritterburg des Erasmus Lueger, einer Art Robin Hood Sloweniens. Die Habsburger ließen die Burg vergeblich ein Jahr lang belagern, nachdem er einen ihrer Verwandten ermordet hatte. Durch die 14 km lange, weit verzweigte Höhle konnte er problemlos Nachschub besorgen. Erst der Verrat eines Kammerdieners führte zur Ermordung Luegers.
In Postojna, wo es die größere und noch schönere Höhle geben soll, verlieren wir uns und müssen uns mit dem Handy zusammenrufen. Die Weiterfahrt nach Ilirska Bistrica bringt keine weiteren Highlights. Dort wollen wir in einer Pension einchecken. Der Chef derselben läßt sich allerdings extrem viel Zeit uns zuzusagen. Inzwischen finden Martin und Herr Konrad eine Privatpension, in der allerdings zunächst nur die vier Männer unterkommen. Schließlich wird Marlene das Büro als Notlager angeboten. Karte 0508_2
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Bildergalerie 06.08.2012 Ilirska Bistrica bis Kocevje - 153 km - wieder nach dem Text
Marlene hat Probleme mit ihrem rechten Arm, der ihr schon längere Zeit Schwierigkeiten bereitet. Wir kommen zu dem Schluss, dass wir unter anderem deswegen einen ruhigen Tag einlegen sollten. In der Nähe von Ilirska Bistrica ist ein See, der sich für einen faulen Tag eignen würde. Da das Meer jedoch nur 30 km entfernt ist und Marlene nicht noch eine "Büronacht" mitmachen möchte, beschließen wir nach Opatija ans Meer zu fahren und nach einer Badepause Richtung Kocevje zu reisen (geschätzt ca. 100 km).
Wir erhalten noch ein sehr familiäres, mit Liebe zubereitetes Frühstück und jede Menge guter Ratschläge, was man alles besichtigen und wie man vorsichtig Motorrad fahren sollte. Dann auf nach Kroatien. Wir queren die gut gesicherte Grenze, man könnte meinen die beiden Länder sind verfeindet, und finden auf Anhieb in dem Vorort von Opatija, Volosko, ein ideales Plätzchen: rechts die Bar Voloscica und links, keine 5 m entfernt, das Schwimmerareal neben der Marina.
Wir verbringen vier Stunden abwechselnd im Wasser und in der Bar. Dann machen wir uns gut erholt in Richtung Etappenziel auf. Womit wir nicht rechnen ist der Irrgarten an Vororten von Rijeka (Kastav, Viskovo, Marinici, Luban, Drazice, Cavle, Soboli, Podhum, Lukve für den wir 2 Stunden brauchen und die extra miserable Hauptstraße Nr. 203 bis zur Grenze (Brod na Kupi).
Dadurch ist der Erholungseffekt für Marlenes Arm wieder weg. Spätestens bei Marija Trost fährt ihr wieder der Schmerz in den Arm. Kurz nach Morava machen wir noch eine Pause in einem tollen Restaurant (Bärensteak im Speiseplan). Leider gibt es keine Unterkunft dort. Deshalb fahren wir weiter nach Kocevje, wo wir im Seerestaurant nach Zimmern fragen. Dort hat man welche, jedoch nur in der Dependance im nächsten Ort Salhavas, ca. 1,5 km entfernt. Gesamttagesstrecke statt erwarteter 100 ungefähr 154 km. Karte 0608
Kleine Anmerkung zu Kocevje: 1363 warb Graf Otto von Ortenburg Bauern aus Schwaben, Franken, Bayern und Tirol zur Urbarmachung der Wildnis an. Aus der Vermischung der Dialekte entstand eine "eigentümliche" Sprache. Frauen schnitzten aus dem reichlich vorhandenen Holz Gebrauchgegenstände wie Löffel, Siebe, Teller, Schüsseln und Töpfe, die die Männer im ganzen habsburgischen Reich als fliegende Händler verkauften. Der deutsche Name der Stadt, "Gottschee" wurde so zum Synonym für Hausierer und Krämer.
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Bildergalerie 07.08.2012 Kocevje bis Kostanjevica na Krki - 87 km - wieder nach dem Text
Am Morgen gehen Marlene und Martin im See von Kocevje baden, der gleich hinter dem Restaurant liegt. Leider verlässt uns Marlene, die erhebliche Schwierigkeiten mit ihrem Arm hat, nach dem Frühstück. Sie fährt über Lubljana und Werfen innerhalb von 2 Tagen nach hause zurück ... da waren's nur noch vier!.
Wir anderen wollen auf einer gelb eingezeichneten Straße durch den letzten "Urwald" Europas zum Termalbad Doljenske Toplice fahren. Dabei möchten wir am Partisanenlager "Basis 20" vorbeischauen. Zu diesem Lager wird mit großen, gelben Wegweisern geführt. Kurz nach Salhavas wird die Straße ungeteert und staubig für knappe 30 km. Vorbei an Jägern und Waldarbeitern queren wir dises Wildnis, in der es noch ungefähr 700 Bären geben soll. Zweimal fahren wir an kleinen weißen Schildern mit Kreuzen vorbei (wie Hinweisschilder auf Kriegsgräberfriedhöfe). Mitten im Wald tauchen plötzlich moderne Kreuzwegmarterl auf. Die 12. Station ist ein riesiges Kreuz. Wir halten an und lesen die englische Inschrift. Sinngemäß lautet sie folgendermaßen. Im Herbst 1945 wurden hier und an weiteren 3 Orten mehrere tausend junge Männer ermordet und in Einsturztrichter der Karstlandschaft geworfen. Es waren Kriegsgefangene, Kroaten, Bosnier und Slowenen, die die Briten bei Graz interniert hatten. 1945 übergaben die Engländer die Gefangenen der jungen jugoslawischen Armee. Die ehemaligen Partisanen transportierten die Gefangenen in das unwegsame Gebiet und brachten sie um. Das Mahnmal wurde 1987 errichtet, die Tat würde offensichtlch heute noch gerne unter den Teppich gekehrt. Nach der Besichtigung eines "Todeskraters" haben wir dann keine Lust mehr auf das Basislager 20.
Froh wieder auf Teerstraßen zu kommen, die bei Baza 20 beginnen, kehren wir im Floriansstüble von Podturn zu einem kleinen Erfrischungstrunk ein ehe wir zum Termalbad weiterfahren. Wir gleiten langsam durch das Bad und machen erst in Novo Mesto richtig Pause. Wie es sich gehört, schauen wir vor der Kaffeepause zwei Kirchen an. Eine davon ist St. Nicolaj mit einem Altargemälde von Tintoretto. Dann die Franziskanerkirche, die eine interessante Mischung aus arabischem Baustil und Spätbarock darstellt. Nach der obligatorischen Kuchenpause tasten wir uns über wunderschöne kleine Sträßchen durch das Grenzgebiet zu Kroatien Richtung Kostanjevica na Krki. Dabei kommen wir durch die Orte Ratez, Velike Brusnice, Prezen, Pleterje (Kloster eines Schweigeordens - Kartäuserorden) und dann Kostanjevica na Krki.
Dieser fast 1000-jährige Ort liegt auf einer kleinen Flußinsel der Krka. Sein Ortskern wird durch zwei gotische Kirchen begrenzt. Hier gibt es Kunstgalerien, von denen man selbst in der Hauptstadt spricht. Im Zisterzienserkloster wird jedes Jahr ein Künstlertreffen organisiert. Die bildhauerischen Ergebnisse bleiben in der Stadt und ihrer Umgebung erhalten. Karte 0708
Wir bekommen Zimmer im Hotel Zolnir (Ingenieur); der Vorfahr des Eigentümers erfand die Schiffsschraube und erprobte sie in der Krka.
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Bildergalerie 08.08.2012 Kostanjevica na Krki bis Ptuj - 168 km - wieder nach dem Text
Gleich neben der Pension tanken wir und dann starten Richtung Norden nach Krsko, einer Industriestadt an der Save. Wir durchqueren die Stadt und halten erst auf der Burg Rajhenburg (Reichenburg) bei Brestanica, die leider gerade renoviert wird und nicht besichtigt werden kann. Sie entstand 885, wurde 1884 von französischen Trappistenmönchen in ein Kloster umgewandelt und war für die dort hergestellten Schokoladen und Liköre berühmt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zum Deportationslager für 45.000 Slowenen, die von den deutschen Besatzern hauptsächlich nach Kroatien und Serbien umgesiedelt wurden.
Vorbei an dem mittelalterlichen Städtchen Sevinca und Klasko, wo die berühmten Biersorten Klasko und Slatorog gebraut werden, fahren wir nach Celje. Besser gesagt, in das 8 km westlich von Celje gelegene Sempeter. Wir besuchen den archäologischen Park, in dem ein 315 m langes Stück der römischen Fernstraße zwischen Lubljana und Maribor und eine römische Nekropole mit bis zu 8 m hohen Grabstelen freigelegt und rekonstruiert wurden. Bei der Besichtigung macht uns die Hitze ganz schön zu schaffen - manche ziehen sich diskret in den Schatten eines Dönerkiosk zurück.
Von Celje, dem "Troja secunda" der Antike schauen wir uns nichts mehr an - die Kondition hat leider etwas nachgelassen und das Interesse an illusionistischen Malereien ist relativ gering. Wir nehmen die Westumgehung und fahren durch die hügelige Landschaft des Konjiska gora nach Slovenske Konjice
, Slovenska Bistrica und nach der Querung der Autobahn 20 km schnurgerade durch fast ebenes Gelände nach Ptuj (Pettau). Dort ist gerade Markttag. Der Markt, auf dem Waren angeboten werden, die man auf deutschen Märkten kaum noch finden dürfte (viele Holzwerkzeuge), nimmt die gesamte Innenstadt in Anspruch. Wir schlendern zwischen den Marktständen durch und werden gelegentlich mit "Bratwürste und ein gutes Bier" beworben. Nach dem obligatorischen Kaffee mit Kuchen ziehen wir noch durch die Altstadt und zur Burg hinauf. Die Stadt ist übrigens noch bekannt für ihre "Winteraustreibumtriebe". Hier scheint es ähnlich wie im Oberallgäu beim Klausentreiben zuzugehen. Karte 0808
Anschließend suchen wir eine Unterkunft und finden diese gleich auf der westlichen Drauseite. Das Vierbettzimmer im Dachgeschoss ist zwar nicht "dernier cri", aber akzeptabel. Abends gehen wir zu Fuß in die Stadt zu einem schönen Abendessen, was wir in einer netten kaum touristisch berührten Wirtschaft einnehmen.
Mich quälen Nackenschmerzen, wahrscheinlich durch die Kombination von Schwitzen und Zugluft erworben, so stark, dass ich den Absacker in einer kleinen, netten Bar kaum durchstehe.
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Bildergalerie 09.08.2012 Ptuj bis Lavamünd - 96 km - wieder nach dem Text
Schon während der Nacht habe ich ziemlich Probleme mit meinem Rücken. Am Morgen sind die Schmerzen im Hals und im rechten Arm so stark, dass mir Werner aus der Schlafanzugjacke helfen muss - es ist wie ein Hexenschuss im Schulterbereich. Kein daran Denken, auf das Moped zu sitzen. Also frage ich die Vermieterin nach einem Arzt und sie rät mir in die Notaufnahme des Krankenhauses zu gehen. Dort werde ich eingehend untersucht - EKG, intensive Befragung und schließlich zwei Spritzen in den Hintern (wahrscheinlich Muskelrelaxans) und Schmerztabletten. Tatsächlich sinken die Schmerzen nach ca. 20 Minuten auf ein erträgliches Niveau und ich fühle mich ausgezeichnet, so gut, dass wir 2 Stunden später aufbrechen. Besser wäre gewesen, die drei anderen hätten einen Tagesausflug in den ungarischen Teil Sloweniens (Murska Sobota) gemacht und ich hätte mich einen Tag erholt.
Bis Maribor läuft es super. Dort merke ich leichte Ermüdungserscheinungen, setzt mich vor ein Cafe, während die anderen die europäische Kulturhauptstadt 2012 besichtigen. Nach der Pause reisen wir entlang der Drau nach Westen und wollen über den Radlerpass nach Österreich wechseln, um die Soboth mitzunehmen ("wea de Soboth net g'fohrn is, is ka Motorrodfohra!" siehe tour 2001)
Bei Brezno, kurz nach Podvelka merke ich, dass ich einen Sekundenschlaf hatte. Ich biege bei der nächsten Wirtschaft ab und wir machen Mittagspause. Anschließend gehen wir zur Drau runter und schlafen etwa eine halbe Stunde. Nach diesem Erlebnis und dem aufkeimenden Verdacht, es könnten die Spritzen schuld sein, verzichten wir auf die Soboth und fahren weiter an der Drau entlang. Kurz vor Lavamünd merke ich plötzlich, dass ich auf dem rechten Teerrand entlang fahre (wieder Sekundenschlaf) und sehe keine andere Möglichkeit als die Straße rechts zu verlassen. Ich touschiere einen Begrenzungspfahl und kann auf dem Randstreifen anhalten. Ich komme bis auf einen angebrochenen Fußraster glimpflich davon. Allerdings will ich jetzt nicht mehr weiter fahren, was sich als sehr vernünftig erweist.
Wir finden ein paar hundert Meter weiter, genau gegenüber der Auffahrt zur Soboth, eine Unterkunft. Als wir die Mopeds in den Schuppen fahren wollen, habe ich meine Beine so wenig unter Kontrolle, dass ich beim Aufsteigen am gegenüberliegenden Koffer hängen bleibe und die Maschine nach rechts umwerfe. Folge: Kaputter Blinker und Rückspiegel. Karte 0908
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Bildergalerie 10.08.2012 Lavamünd nach Mittersill - 356 km - wieder nach dem Text
Heute bin ich wieder ganz in Ordnung; die leichten Nackenschmerzen lassen sich mit dem verschriebenen Schmerzmittel locker in Schranken halten. Wir bewegen uns entlang der österreichisch-slowenischen Grenze Richtung Bleiburg, um kurz vor der Stadt Richtung Ferlach abzubiegen. Wie so oft verfranze ich mich auf Ministräßchen (Sittersdorf, Müllern, Gallizien), was mir linde Kritik von Seiten zweier Mitreisender einbringt. In Ferlach gibt es eine Pause und der Wirt kennt einen großen Yamahahändler in Klagenfurt, wo ich mir eventuell einen Rückspiegel besorgen könnte. Dort gibt es natürlich für das alte Gefährt (Bjhr. 97) keine Originalersatzteile, aber Herr Konrad sieht einen herunter gesetzten Racespiegel im Schüttkorb, der tatsächlich passt. Etwas kleiner Ausschnitt, aber besser als nichts. Karte 1 1008
Weiter entlang der Südseite des Wörthsees - landschaftlich wirklich wunderschön, auch mit der Insel Maria Wörth - und dann wieder teilweise auf bekannten Strecken Richtung Lienz. Wir fahren südlich des Faker Sees vorbei, wo sich in Kürze 70.000 Harleyfahrer und mindestens 4 Trikefahrer aus dem Oberallgäu treffen werden. Muss ein phänomenales Ereignis sein. Ich finde wieder eine Waldstrecke über den Oriachsattel nach Ledenitzen - tolle Gegend.
Nötsch, Greifenburg, Hermagor, Weißbriach sind die nächsten Stationen. Pause machen wir in Nußdorf zu dem obligatorischen Kuchenessen. Dann entscheiden wir trotz dichter werdender Bewölkung den Rückweg über den Großglockner zu wagen. An der Mautstelle bei Heiligenblut beginnt es, sobald wir die Maut entrichtet haben - die Ösis müssen ein super Verhältnis zum Wettergott pflegen - heftig zu regnen. Wir ziehen uns um und machen uns auf den Weg zum Pasterze Gletscher, der seit unserem letzten Besuch 1998 deutlich geschwunden ist. Es ist so kalt und feucht, dass wir die Helme nicht absetzen. Außerdem sieht man fast nichts vom Gletscher und den umliegenden Bergspitzen. Als wir schon abfahren wollen, lichtet sich die Wolkendecke innerhalb von 10 Minuten, es hört auf zu regnen und wir genießen noch herrliche Blicke auf das Panorama. Zurück an der Wegkreuzung zum Hochtor, nehmen wir die eigentliche Passstraße unter die Räder. Schon immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis. Um ca. 18:00 Uhr befinden wir uns am Hochtor. Dort halten wir noch mal, verzichten auf einen Abstecher zum Biker's Point an der Weißenbach Scharte, verwerfen meinen Vorschlag in der Pension unterhalb des Passes nach Übernachtungsmöglichkeiten zu fragen und beginnen mit der Abfahrt nach Fusch. Es war die richtige Entscheidung - am nächsten Tag wären wir bei Regen den Pass runter gefahren, so nur auf feuchtem Straßenbelag. Karte 2 1008
In Mittersill versuchen wir wieder im Oberbräu unterzukommen, was aber nur zweien gelingt, die anderen beiden nehmen ein Zimmer im Bräurup. Mittersill ist seit 4 Jahren Stadt und feiert an diesem Wochenende groß diesen neuen Status. Die Schausteller kennen natürlich die günstigen Unterkünfte und so müssen die Normaltouris ausweichen. Herr Konrad und Martin vergnügen sich noch auf dem Fest und kommen relativ spät in die Unterkunft zurück.
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Bildergalerie 11.08.2012 Mittersill nach Hause - 257 km - wieder nach dem Text
Schlechtwetterfront: Noch während des Frühstücks gießt es in Strömen. Danach hellt es sich ein Bißchen auf, bleibt aber noch unsicher und leicht feucht. Wir wählen zur Heimfahrt die alte Gerlospassstrecke - ein Muss für jeden, der das Besondere liebt und zudem mautfrei. Den Pass runter merken wir schon den Samstagsverkehr in der Menge und Qualität, im Zillertal selbst ist kilometerlanger Stau. Als wir endlich in Strass ankommen, entschließen wir uns ein Pickerl zu kaufen, auf der Autobahn bis Imst zu fahren und über das Hahntennjoch ins Lechtal zu queren. In Boden pausieren wir noch mal (Kuchen!!) und fahren dann über Stanzach, Weißenbach und Grän nach Hause. Karte 1008
Alles in allem wieder eine schöne, erlebnisreiche Fahrt!
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Bildergalerie 11.08.12
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